HSP-Test: Sinn oder Unsinn?

Im Internet finden sich zahlreiche Tests zum Thema Hochsensibilität. Am Ende des Test erhält man meist eine Prozentzahl, die Aufschluss darüber gibt, ob man hochsensibel ist und wenn ja, in welchem Maß.

 

Meiner Meinung nach können die Tests fälschliche Ergebnisse liefern. Ein Teil der Fragen beschäftigt sich wertneutral mit der Intensität der einströmenden Reize, bei denen man sich selbst in Vergleich zu anderen Menschen setzt. Beispielhaft hierfür sind Fragen wie:

 

Haben Sie einen guten Zugang zu Ihrer Intuition?

Fällt Ihnen auf, dass Sie im Vergleich zu anderen erstaunlich viel unterschwellig wahrnehmen?

Können Sie gut zwischen den Zeilen lesen und Zwischentöne heraushören?

Haben Sie ein feines Gespür für Ihren eigenen Körper?

Haben Sie ein reiches vielschichtiges Innenleben?

 

Ein anderer Teil der Fragen zielt jedoch auf den Umgang mit der überhöhten Reizeintrömung ab und das meist im negativen Sinne. Beispielfragen hierfür sind:

 

Fühlen Sie sich schnell angegriffen und gekränkt?

Nehmen Sie sich Vorwürfe sehr zu Herzen?

Haben Sie schon viele Male gedacht, dass Sie irgendwie verkehrt sind?

Dass etwas mit Ihnen nicht stimmt?

Empfinden Sie Konfliktsituationen als extrem belastend?

 

Diese Fragen mit "ja" beantwortet, gelten bei diesen Tests als Indiz für Hochsensibilität. Sie stellen, meiner Meinung nach, jedoch nur einen ungünstigen Umgang mit der hohen Sensibilität dar und sind ein Abbild von getriggerten Glaubenssätzen und ungelösten Themen, die natürlich ehrer bei Hochsensiblen sichtbar werden. Ein Hochsensibler mit gesundem Selbstvertrauen würde diese Fragen mit "nein" beantworten und würde daher, nach den gängigen Tests, als wenig bis gar nicht sensibel abschneiden!

 

Es lohnt sich daher also, bei den Tests genauer hinzuschauen und es lohnt sich ebenfalls, zu wissen, dass Hochsensibilität als durchweg positiv  er- und gelebt werden kann!

 

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